Cybernetic Government : Informationstechnologie und by Benjamin Seibel

By Benjamin Seibel

Entlang der drei kybernetischen Schlüsselbegriffe Kommunikation, Kalkulation und Kontrolle rekonstruiert Benjamin Seibels historische Studie die Genese eines politischen Regelungswissens, das in den militärischen Forschungslabors des Zweiten Weltkriegs seinen Ausgang nimmt und sich in den Aktualisierungen digitaler Technologien bis in unsere Gegenwart fortschreibt. Der Autor zeigt, dass in den Diskursen der Kybernetik Anfang der 1940er Jahre nicht nur jene eigentümlichen Apparaturen verhandelt werden, die heute desktop heißen, sondern mit ihnen auch ein Ensemble potentieller Regierungstechniken: In der kybernetischen Utopie soll die ganze Gesellschaft einem perfekten Informationssystem gleichen – und folglich auch durch solche Systeme regierbar werden.

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Die Modellierung einer Dialektik von innerer und äußerer Medialität liefert darüber hinaus Anhaltspunkte für den Nachvollzug einer historischen Dynamik in der Entstehung und Transformation von Dispositiven. “149 Weil im konkreten technischen Vollzug Widerstände, Störungen und Differenzerfahrungen auftreten, die in der Konzeptualisierung nicht berücksichtigt wurden, erweist sich der Formierungsprozess von Dispositiven als unabschließbar: Störungen machen Anpassungsleistungen erforderlich, die ihrerseits neue Störpotenziale generieren.

Am Beispiel der Sprache wird etwa deutlich, dass Wörter einerseits Formbildungen aus lose gekoppelten Buchstaben sind, andererseits aber selbst ein Medium zur Formung von Sätzen abgeben. Analoges muss dann aber auch von Technik behauptet werden, wo etwa ein konkretes Artefakt einerseits Aktualisierung eines technischen Potenzials ist, zugleich aber neue Potenziale verfügbar macht. Gilbert Simondon hat diese Entwicklungsdynamik der Technik unter dem (freilich in nicht unproblematischer Weise evolutionistischen) Konzept der „Konkretisation“ gefasst (vgl.

Foucault 1976, S. 127 Eher muss sie als eine Gesamtheit von Kräfteverhältnissen gedacht werden, die eine eigene Produktivität entfaltet und dabei auch das menschliche Subjekt in ihren Dienst nimmt – eben in dem sie die Möglichkeitsräume seines Handelns und seiner Erfahrung strukturiert. 128 Als eine „Technologie, die alle Arten von Apparaten und Institutionen durchzieht“129 weist die Macht eine Intentionalität auf, die sich gleichwohl nicht auf einen subjektiven Willen oder Plan zurückführen lässt.

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